Chor-Orchesterkonzert

Konzert: Christuskirche Karlsruhe
Sonntag, 15. November 2015 - 18:00

Duruflé Requiem, Drei Psalme von Lili Boulanger

Sophie Harmsen, Mezzosopran

Cantus Juvenum

Kammerchor der Christuskirche

Oratorienchor an der Christuskirche

Kammerphilharmonie Karlsruhe

Carsten Wiebusch, Leitung

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Bei diesem Konzert gemeinsam mit dem Oratorienchor an der Christuskirche und Cantus Juvenum am 15. November um 18:00 Uhr erklingen klanggewaltige und selten zu hörende Werke für großes romantisches Orchester und Chor von französischen Komponisten. Aufgeführt werden das Duruflé-Requiem (Karlsruher Erstaufführung in der Fassung für großes Orchester) und die drei Psalmen (24, 129 & 130) für großes Orchester und Chor von Lili Boulanger (Karlsruher Erstaufführung!). Karten können Sie wie gewohnt an der Abendkasse oder im Vorverkauf bei Musikhaus Schlaile bzw. unter www.reservix.de erhalten.


Maurice Duruflés berühmtestes Werk zeugt von der Wiederentdeckung der Gregorianik. So komponierte er das Requiem im Jahr 1947 basierend auf den gregorianischen Chorälen der Totenmesse und der Begräbnisfeier. Die gregorianischen Gesänge durchziehen das Werk mal stärker vorbildgetreu einstimmig mit Orchesterbegleitung, mal nur als Anregung. Das Stück vermittelt Frieden, Hoffnung und den Glauben an ein ewiges Leben im Himmel. So verzichtet Duruflé beim Aufbau des Requiems auf große Teile der für eine Totenmesse üblichen "Dies-Irae"-Sequenz ("Tag des Zorns"), die auf das Jüngste Gericht hinweist, und beschränkt sich auf den Schluss, das "Pie Jesu". Auch die klangliche Gestaltung des Werkes bringt weniger das Strafgericht vor der Aufnahme in den Himmel zum Ausdruck als die menschlichen Gefühle vor der unabwendbaren Bestimmung des Todes und die Hoffnung auf Erlösung. So endet das Stück schließlich mit einem ins Unhörbare strebenden schwebenden Sept-Non-Akkord auf den Text "mögest du ewige Ruhe haben".


Im Gegensatz zu der auf musikhistorische Vorbilder rekurrierenden, stark dem spätromantischen Klangideal angenäherten Kompositionsweise Duruflés, der sich an seinen Vorgängern Debussy, Ravel und Fauré orientierte, stehen die impressionistischen, avantgardistisch in die Moderne weisenden Kompositionen von Lili Boulanger. Ihre Tonsprache war wegweisend für Komponisten wie Messiaen und Honegger. Im Gegensatz zu der eher tröstlichen Vertonung von Duruflé sind Boulangers zwischen 1914 und 1917 komponierten Psalmen voller Schmerz und Leid, anklagend und rufend nach Gott und Erlösung. Ihre musikalische Ausdrucksweise war eng verbunden mit ihrem persönlichen, von schweren Erkrankungen geprägten Lebens- und Leidensweg. Die Psalmen veröffentlichte sie kurz vor ihrem Tod mit nur 25 Jahren. Trotz ihres jugendlichen Alters hatte sie große kompositorische Reife erlangt und zeigte viel Talent für raffinierte, wunderschöne, stimmungsgebende Orchestrierung. Mit nur 19 Jahren gelang es ihr im Jahr 1913, den renommierten „Prix de Rome“-Kompositionspreis zu gewinnen - als allererste Frau überhaupt -; so stand sie in einer Reihe mit Komponisten wie Gounod, Berlioz, Massenet, Charpentier und Debussy. Boulanger ist somit als eine sehr bedeutende Komponistin in der Musikgeschichte zu sehen. Obwohl sich ihre große Schwester Nadia, bekannt als Kompositionslehrerin, sehr engagiert für die Verbreitung des Schaffens ihrer früh verstorbenen Schwester Lili einsetzte, ist diese dennoch nur wenigen ein Begriff, und ihre Werke sind heute selten in Aufnahmen oder Konzerten zu hören. Wir möchten Sie herzlich einladen, diese ergreifende Musik in Verbindung mit dem tröstend-kontemplativen Requiem Duruflés zu entdecken: am 15.11. um 18.00 Uhr in der Christuskirche Karlsruhe.